Hohenzollernstraße

An der Kreuzung zwischen Leopold- und Hohenzollernstraße im Herzen Schwabings gelegen entwickelt sich die Figur des Gebäudes aus den durch den Staffelbauplan Theodor Fischers geprägten spezifischen Bauformen und Traufhöhen dieses sensiblen Ortes.

Zur Leopoldstraße mit den charakteristischen, niedrigen Pavillongebäuden neigt sich das Dach tief an die vorgegebene Traufhöhe, verbindet diese in seiner freien Entwicklung mit der höheren Trauflinie der Hohenzollernstraße, fasst den Gebäudekomplex und gliedert ihn in das Straßenbild der Hohenzollernstraße ein. Die Aktivierung der expressiven Dachform und der Tragstruktur in den unterhalb des Daches gelegenen Wohnräumen ebenso wie der monolithische Wandaufbau und die intensive Arbeit an der Putzfassade in Fortführung der breiten Münchener Tradition sind weitere zentrale Themen unserer Arbeit an diesem Projekt.

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Die überhöhte Sockelzone mit großformatigen Öffnungen im Erdgeschoss bildet ein solides Fundament für das Gebäude. Durch die Eingliederung des darüber liegenden Geschosses in die Hauptfassade vermittelt der Baukörper in der Straßenansicht und wird gleichzeitig der Einzelhandelsnutzung gerecht, ohne den proportionalen Maßstab zu sprengen. Die sich leicht bewegenden Fensterformate gliedern die Fassade im Zusammenspiel mit den Versprüngen der Kubatur.

In Bezug auf Farbigkeit und Struktur in den Oberflächen gelten uns die lokal-historischen modernen Ansätze, wie sie u.a. durch Dülfer in unmittelbarer Nähe verwirklicht wurden als Vorbild. Die weitestgehend handwerklich vor Ort hergestellten Putzreliefs werden dazu benutzt, eine komplexe Überlagerung der Wahrnehmungsfiguren von horizontalen Bändern als Stempelstruktur im nassen Putz und vertikalen Stützen bestehend aus prefabrizierten Lisenen und Putzfeldern mit Kammstruktur auszuspielen, die die eigentliche skelettartige Tragstruktur des Gebäudes hervorhebt. Die in Bezug zur Umgebung sorgfältig gewählte farbliche Absetzung der einzelnen Reliefstrukturen zueinander verstärken diesen Effekt.

Das Dach gliedert sich in dieses Prinzip ein, ohne selbst seine expressive Gestalt zu überzeichnen. Das Walmdach als klassische Dachform des Schwabinger Bürgerhauses wird in seiner Körperhaftigkeit plastisch weiterentwickelt und ist eng mit dem Thema der Atelierwohnungen verbunden, welches zur Blütezeit Schwabings über Bauvorschriften etabliert wurde.

Die den Wohnraum prägende Dachskulptur wird somit auch aus dem Innenraum heraus erlebbar. Mansardwohnungen mit großzügigen offenen Galerieebenen entwickeln sich unterhalb der weitläufigen Dachflächen. Die Belichtung erfolgt über zenitale Oberlichter oder über Austritte die sich wie Durchschüsse aus der Dachfläche wölben.

ORT: München

WETTBEWERB: 2011 (1. Preis)

PROJEKT SEIT: 2012

Fertigstellung: 2017

BAUHERR: Development Partner AG, Düsseldorf

MEILI, PETER ARCHITEKTEN - AKTUELL: 
Florian Hartmann, Andreas Müsseler, Oliver Noak
mit Marcel Meili, Markus Peter

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BGF: ca. 7.600 m2

GRUNDSTÜCK: ca. 1.800 m2

GFZ: ca. 4,4

LANDSCHAFTSARCHITEKT:
Keller, Damm, Roser Landschaftsarchitekten, München

MEILI, PETER ARCHITEKTEN - SEIT BEGINN:
Julian Fischer, Tobias Fritzenwenger, Christian Hadaller, Enis Ben
Khemais, Luise Leon Elbern, Jenny Lutz, Markus Reher, Alexander
Richert, Benjamin Süß, Lisa Yamaguchi, Christoph Staude,
Nora Walter, Eva Janusch, Chao Wu

 

Publikationen:

„Dachräume – Entwerfen, Konstruieren, Bewohnen“,
München, DETAIL 2018

„Wettbewerbe weiterverfolgt“
,
wettbewerbe aktuell 11.2017

 

Schwarzplan

SITUATIONSPLAN

GRUNDRISS 2. OBERGESCHOSS

GRUNDRISS 5. OBERGESCHOSS

GRUNDRISS 6. OBERGESCHOSS

QUERSCHNITT

Modellfoto Wettbewerb

Fassadenmuster

FASSADE DETAILANSICHT

Modellfoto Gaube

MODELLFOTO INNENRAUM DACH

Aussenansicht

Straßenraum

Ausschnitt Fassade

Innenraum Wohnungen

Treppenhaus

Herstellung Putzfassade

Fassadendetail

Ansicht bei Nacht