Ehemalige Bayernkaserne

Im grünen Gewebe

Die umgebende Bebauung an sich bietet neben einer moderaten Höhenentwicklung wenig verbindliche Regeln. Unser Ziel war es daher, auf dem Gebiet der ehemaligen Bayernkaserne im Münchener Norden aus sich selbst heraus Strukturen zu entwickeln, die eine eigenständige und qualitätsvolle Quartiersentwicklung ermöglichen. Der Entwurf legt einen einheitlichen, originären Charakter über das ganze Areal fest und greift hierzu zwei wesentliche Grundsätze auf. Einerseits die bestehende orthogonale Ordnung mitsamt dem Baumbestand, andererseits die Verflechtung und Verbindung der Freiräume über Gebäude und Baufelder hinweg.

mehr

Hierzu haben wir die vorhandenen Baumalleen als „grüne Fäden“ in ihrer Lage weitgehend beibehalten und in ihrer Gestaltung und Funktion der Straßenräume den Anforderungen entsprechend ergänzt oder erneuert. Auf diese Weise entstehen in dem neuen Wohnquartier eine in Neubaugebieten oft erst nach Jahrzehnten entstehende Qualität gewachsener Strukturen, sowie eine räumliche Identität. Gleichzeitig können durch Zwischennutzungen entwickelte Identitäten innerhalb der Bestandsstruktur bewahrt und weitergetragen werden, sodass ein lebendiges Viertel entstehen kann.

Der Park als zentrales Element im Inneren des Areals fokussiert die wesentlichen Qualitäten des Areals. Im direkten Anschluss an städtischere Bereiche, den Einzelhandel und die Trambahnhaltestelle, sowie als Schnittstelle der „grünen Fäden“ gelegen wird der Park im besten Sinne zum Herzstück des Areals. Der Zuschnitt des zentralen Parks ermöglicht sowohl Ruhe und Erholung als auch sportliche Aktivität im direkten Umfeld und wirkt mit am Ziel des nachhaltigen Städtebaus der kurzen Wege.

Die Bebauungsstruktur selber ist innerhalb der einzelnen Bebauungsfelder mit unterschiedlichen Öffnungen zur Umgebung konzipiert. Diese durchgehende und gleichzeitig lebendige Struktur umspielt die bewusst inszenierten, individuellen Orte bzw. Freiräume und schafft gleichzeitig Orientierung. Besonders die Vernetzung von Freiflächen, Wege- und Blickbeziehungen über den Straßenraum hinweg definiert dabei den großen zusammenhängenden Charakter der Anlage. Es entsteht zwischen den Gebäudefluchten ein Gewebe das sowohl private Freibereiche als auch öffentliche Grünflächen einbezieht und in Verbindung zueinander setzt.

ORT: München

WETTBEWERB: 2013/2014 (1. und 2. Phase)

BAUHERR: Landeshauptstadt München

MEILI, PETER ARCHITEKTEN:
Florian Hartmann, Andreas Müsseler, Oliver Noak
mit Marcel Meili, Markus Peter

Johanna Irmisch, Markus Reher

mehr

BGF: ca. 356.000 m2

Wohneinheiten: ca. 4.000

GFZ: ca. 0,76 

LANDSCHAFTSARCHITEKT:
Keller Damm Roser Landschaftsarchitekten, München

 

Schwarzplan

Lageplan Quartiersplatz

Längsschnitt Quartiersplatz

Querschnitt Quartiersplatz

Visualisierung

Grünes Gewebe

Freiflächen

Modellfoto